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Reform der Reformfähigkeit
Ziele
In den ersten Jahrzehnten nach Gründung der Bundesrepublik haben ihre Bürger
Erstaunliches geleistet. Die Einführung der Demokratie, der Wiederaufbau der
zerstörten Städte, der Infrastrukturen und der Industrie, die Einführung
einer stabilen Währung, die erzielten Exporterfolge und das Erreichen der
Vollbeschäftigung: alles das war nur auf der Basis eines fortschrittlichen
Grundgesetzes und der anderen darauf aufbauenden politischen
Entscheidungssysteme möglich. Die gesellschaftliche und wirtschaftliche
Stabilität erwies sich als ein entscheidender Vorteil, auch im Vergleich zu
anderen Nationen.
Inzwischen hat sich gezeigt, dass andere Nationen aufholen, Deutschland aber
im internationalen Vergleich in immer mehr Kategorien zurückfällt. Steigende
Staatsverschuldung, anhaltend hohe Arbeitslosigkeit, unterfinanzierte
Sozialversicherungssysteme, unbefriedigende Resultate aus einem einstmals
weltweit führenden Bildungssystem zeigen, dass sich unser Land bei den
nötigen Reformen besonders schwer tut. Aus dem Standortvorteil „Stabilität“
ist der Nachteil „Unbeweglichkeit“ geworden.
Wenn aber neben den Vorteilen aus der Stabilität eines Systems immer öfter
die Nachteile seiner Inflexibilität sichtbar werden, ist eine Überprüfung
erforderlich.
Dass sich etwas ändern muss, ergibt sich aus:
- der zunehmenden Globalisierung, die neue, ebenfalls leistungsfähige,
Wettbewerber entstehen lässt,
- den sich immer schneller entwickelnden Technologien und ihrem
Einfluss auf Wirtschaft und Gesellschaft,
- der demografischen Entwicklung, die einen teilweise dramatischen
Einfluss auf unsere Sozialpolitik und unsere Sozialversicherungssysteme
hat
- und nicht zuletzt durch die Vertiefung und Erweiterung der
Europäischen Union, die einen immer stärkeren Einfluss auch auf die
Entscheidungen der deutschen Politik hat.
Auch andere Nationen haben ihre Entscheidungsprozesse, oft auch die
Verfassung, bereits verändert, um mit den Herausforderungen der
Globalisierung Schritt halten zu können. Die österreichische Regierung hat
einen Konvent für Österreich eingesetzt, um die Reformfähigkeit des Landes
voranzutreiben.
Der auf ehrenamtlicher Initiative basierende Konvent für Deutschland hat
sich zum Ziel gesetzt, Vorschläge zur Verbesserung der Reformfähigkeit in
unserem Lande zu unterbreiten. Dem Konvent geht es nicht um Reformen in
einzelnen Bereichen, wie der Bildung, der Sozialversicherungssysteme oder
des Arbeitsmarktes. Es geht ihm um eine grundlegende „Reform der
Reformfähigkeit“, wenn man so will, um „die Mutter aller Reformen“, damit
Deutschland wieder dynamischer und damit wett-bewerbsfähiger wird.

Roman
Herzog
Vorsitzender des Konventkreises |

Hans-Olaf Henkel
Vorsitzender des Vorstandes |
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